27.06.2016

Vitamin-K-Antagonisten: Ist Vitamin K wirklich ein Antidot?

Autor dieses Beitrags: Prof. Dr. Dietrich C. Gulba

Die Einnahme von oralen Antikoagulanzien (OAKs) verhindert wirksam schädigende thromboembolische Ereignisse. Gleichzeitig werden dadurch jedoch provozierte Blutungen (zum Beispiel durch Verletzungen) verstärkt und die Inzidenz spontaner Blutungen erhöht. Deshalb trägt die Verfügbarkeit eines Antidots ganz wesentlich zur Akzeptanz der Antikoagu­lanzientherapie bei. Vitamin K (zum Beispiel Konakion®) gilt heute als Antidot der klassischen oralen Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten (VKAs).1 Die Wieder­herstellung der vollen Blutgerinnbarkeit in der klinischen Praxis benötigt jedoch auch nach Zufuhr von Vitamin K mehrere Tage. Es stellt sich deshalb die Frage, ob sich die alleinige Vitamin-K-Substitution tatsächlich als Antidot der klassischen OAKs eignet.

Quellen:

  1. Fachinformation Konakion MM 10 mg, Stand Januar 2015.
  2. Pötzsch B. Vitamin-K-Antagonisten vom Cumarintyp. Gerinnungskonsil. Rationale Diagnostik und Therapie von Gerinnungsstörungen. Thieme 2002: 164–172.
  3. Watzka M, Oldenburg J. Vitamin-K-Zyklus, VKORC1 und die molekularen Mechanismen der oralen Antikoagulation. Hämostaseologie. Springer 2010: 169–179.
  4. Marko P, Flückinger H. Orale Antikoagulation mit Warfarin. Pharma-Kritik 1993, 15: 29–31.
  5. Fresenius M, Heck M, Zink W. Repetitorium Intensivmedizin. Springer 2001, 474–475.

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