22.08.2016

Fünf Tipps, wie Sie einem Burn-out vorbeugen und Stress vermeiden

Dauerstress macht krank und kann ein Burn-out zur Folge haben.1 Lassen Sie es möglichst gar nicht so weit kommen, sondern beugen Sie rechtzeitig vor, indem Sie die Stressoren in Ihrem Arbeitsalltag identifizieren und passende Bewältigungsstrategien dagegen finden. Auch wenn Stress sehr individuell ist, können Ihnen unsere fünf besten Tipps zur Stressreduktion helfen.

Gestresste Ärztin mit Burnout

Wenn aus Stress Dauerstress wird, ist ein Burn-out vorprogrammiert.

© Maridav / Fotolia

Stress ist ein wichtiger Bewältigungsmechanismus des Körpers, um in Gefahrensitua­tionen handlungsfähig zu bleiben.1 Die Ausschüttung von Adrenalin, Kortisol und weiteren Hormonen versetzt den Körper in Alarmbereitschaft . Das Motto des Körpers lautet jetzt „Handeln statt Denken“.1 Wechseln sich Phasen von Stress mit Phasen der Entspannung ab, hat der Körper genügend Zeit zu regenerieren. Ein Leben ganz ohne Stress wäre wahrscheinlich langweilig und wenig erstrebenswert. Wird aus einer stressigen Phase hingegen Dauerstress hat dies negative Auswirkungen auf Körper und Seele. Durch den hohen Cortisolspiegel wird das Immunsystem supprimiert und die Krankheitsanfälligkeit steigt.1 Auch Herz-Kreislauferkrankungen, Magenulcera oder Depressionen können die Folge sein.1 Ein erster Schritt, um Dauerstress zu vermeiden, ist, sich die Stressoren bewusst zu machen und individuelle Bewältigungsstrategien dagegen zu entwerfen. Vielleicht können Sie einen der fünf Tipps zur Stressreduktion auch in Ihren Alltag integrieren.

1. Freiräume schaffen und Auszeiten nehmen

Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen, um sich vom Praxisalltag zu erholen. Sowohl kleine Auszeiten, die in die Alltagsroutine eingebaut werden können, als auch längere Pausen in Form von Urlaub sollten Sie sich regelmäßig gönnen. Je weiter Ihr Urlaubsziel von Ihrer Praxis entfernt ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie trotz Ihres Urlaubs plötzlich „dringend“ gebraucht werden.

Freiräume schaffen Sie sich beispielsweise, indem Sie unliebsame Aufgaben delegieren. Von der Praxismanagerin bis zum Steuerberater gibt es viele Berufszweige, die Ihnen organisatorische Aufgaben des Praxisalltags abnehmen können.

2. Familie und Sport als Ausgleich

Vergessen Sie nicht vor lauter Arbeit, sich auch Zeit nur für die Familie und die Freunde freizuhalten. Nichts kann in stressigen Phasen den Rückhalt ersetzen, den Familie oder Freunde bieten. Vernachlässigen Sie nicht die Menschen, die Ihnen alles bedeuten. Ist das Privatleben intakt, kann man auch mit stressigen Situationen bei der Arbeit besser umgehen.

Auch Bewegung hilft dem Körper, im Gleichgewicht zu bleiben. Dabei kommt es nicht auf sportliche Höchstleitungen an, sondern auf die Regelmäßigkeit der Bewegung. Ein täglicher Spaziergang oder ein sportliches Hobby ist das ideale Entspannungsprogramm.

3. Entspanntes Team, entspannter Patient, entspannter Arzt

Eine angespannte Atmosphäre in der Praxis wirkt sich nicht nur auf Sie negativ aus, sondern auch auf Ihre Mitarbeiter und Ihre Patienten. Sorgen Sie daher dafür, dass Ihre Mitarbeiter zufrieden sind und in Ihrem Team eine gute Stimmung herrscht.2 Auch entspannte Patienten tragen zu einer guten Atmosphäre in der Praxis bei. In einer gut organisierten Praxis mit einem effizienten Zeitmanagement entsteht automatisch weniger Stress für die Patienten und somit auch für den Arzt.

4. Verantwortung abgeben und teilen

Die Last der Verantwortung für den Arzt in einer Einzelpraxis ist immens. Man ist verantwortlich für Personal und Patienten und soll auch noch an sich selbst und die eigene Familie denken. Wächst Ihnen diese Last über den Kopf, dann denken Sie darüber nach, die Verantwortung zu teilen. Dank moderner Organisationsformen, wie zum Beispiel einem medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) oder einer Berufsausübungsgemein­schaft, lassen sich die Arbeit und die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilen.3 Eine andere Möglichkeit stellt die Einstellung eines Weiterbildungsassistenten dar. Dank umfangreicher Fördertöpfe sind die Kosten für einen Weiterbildungsassistenten überschaubar.4

5. Einfach mal abschalten

Ziehen Sie bewusst Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben. Niemand muss rund um die Uhr erreichbar sein (es sei denn, man hat Bereitschaftsdienst). Handy und Computer dürfen auch mal ausgeschaltet werden.

Quellen:

    1. Dem Stress aktiv begegnen, ZMK. www.zmk-aktuell.de/management/praxisfuehrung/story/dem-stress-aktiv-begegnen.html, abgerufen am 13.12.2015.
    2. Mitarbeiterführung: Tipps für ein gutes Betriebsklima, Ärzteblatt.de, verfügbar unter: http://www.aerzteblatt.de/archiv/171047/Mitarbeiterfuehrung-Tipps-fuer-ein-gutes-Betriebsklima, abgerufen am 05.12.2015.
    3. Vertragsärzte sind überwiegend Einzelkämpfer, verfügbar unter: https://www.tk.de/tk/regional/baden-wuerttemberg/pressemitteilungen/745314, abgerufen am: 14.12.2015.
    4. Allgemeine Informationen zum Thema Weiterbildungsassistent, Kassenärztliche Vereinigung Bayern, verfügbar unter: https://www.google.it/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwiyyoPo09vJAhXEJg8KHWiRDZUQFgggMAA&url=https%3A%2F%2Fwww.kvb.de%2Ffileadmin%2Fkvb%2Fdokumente%2FPraxis%2FPraxisfuehrung%2FZulassung%2FKVB-Merkblatt-Weiterbildungsassistent.pdf&usg=AFQjCNGv4PxcXaeQgnCKdwI_Q1Uk8c-rtA&sig2=GPa15iJ0Spu3EGhtmBG60w, abgerufen am 13.12.2015.