26.05.2017

Diagnose TVT – klinische Symptome häufig unspezifisch

Etwa 160.000 tiefe Beinvenenthrombosen (TVT) werden in Deutschland jedes Jahr diagnosti­ziert.1 Doch Experten gehen davon aus, dass es eine erhebliche Dunkelziffer gibt, da die klinische Symptomatik in vielen Fällen sehr unspezifisch ist und ein Teil der TVT asympto­matisch verläuft. Für den Patienten kann es lebensgefährlich werden, wenn eine Bein­venenthrombose oder Lungenembolie uner­kannt bleibt.2 Alles Wichtige zur Diagnostik der TVT finden Sie hier im Überblick.

Blutgerinnsel auf schwarzem Hintergrund.

© somersault1824 / shutterstock.com

Wie wird eine tiefe Beinvenenthrombose diagnostiziert?

Bei einer tiefen Beinvenenthrombose ist eine Muskelvene im Becken oder im Ober- oder Unterschenkel durch ein Blutgerinnsel vollständig oder teilweise verschlossen.6 Dabei besteht stets die Gefahr, dass dieses Blutgerinnsel weiterwächst oder dass sich kleine Teile davon ablösen und in die Lungenstrombahn gelangen. Daher sollten Betroffene jeden Verdacht auf eine Beinvenenthrombose möglichst rasch von ihrem Arzt abklären lassen.

Der Arzt wird zuerst ermitteln, wie wahrscheinlich es ist, dass überhaupt ein Blutgerinnsel in den tiefen Beinvenen vorliegt. Schätzt er die Wahrscheinlichkeit für eine Beinvenenthrombose aufgrund der vorliegenden Symptome und der Vorgeschichte als gering ein, kann ein einfacher Bluttest auf sogenannte D-Dimere genügen.6 Ist dieser Test unauffällig, ist keine weitere Untersuchung notwendig. Der Arzt kann eine Thrombose ausschließen.

Ist das Testergebnis auffällig oder hält der Arzt die Wahrscheinlichkeit für eine Thrombose von vornherein für hoch, sollte sofort eine spezielle Ultraschalluntersuchung der Beinvenen durchgeführt werden. Diese Untersuchung – die auch Kompressionsultraschall genannt wird – ist zwar einfach, aber sehr sicher. Dabei stellt der Arzt die Beinvenen mit dem Ultraschallgerät von der Leiste bis zum Knöchel dar und versucht, diese durch Druck des Ultraschallkopfes auf die entsprechende Stelle am Bein zu verschließen. 6 Liegt eine Thrombose vor, kann der Untersucher den Venenabschnitt nicht vollständig komprimieren. In seltenen Fällen ist zudem eine Bildgebung mittels Computer- oder Kernspintomographie notwendig. Damit kann man eine Beckenvenenthrombose nachweisen. Zudem hilft sie dabei, die genaue Größe des Blutgerinnsels abzuklären. 6

Quellen:

  1. Schinzel H, Hendelmeier M: Therapie der frischen tiefen Beinvenenthrombose. Dtsch Med Wochenschr 2013;138:786–791. Online verfügbar unter: http://www.unimedizin-mainz.de/fileadmin/kliniken/cth/Dokumente/Publikationen/2013/Schinzel_Dt_Med_Wochenschrift_Therapie_der_frischen_tiefen_Beinvenenthrombose_2013.pdf
  2. Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der Lungenembolie. S2-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Angiologie in Zusammenarbeit mit weiteren Fachgesellschaften. Online verfügbar unter: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/065-002l_S2k_VTE_2016-01.pdf
  3. Fimognari FL, De Santis A, Piccheri C et al. Evaluation of D-dimer and factor VIII in cirrhotic patients with asymptomatic portal venous thrombosis. J Lab Clin Med. 2005;146(4):238–43 Abstract online verfügbar unter: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16194685
  4. Internisten im Netz: Venöse Thrombose. Online verfügbar unter: http://www.internisten-im-netz.de/de_untersuchungen-diagnose-thrombose_479.html
  5. Wells PS, Anderson DR, Rodger M et al.: Evaluation of D-Dimer in the Diagnosis of Suspected Deep-Vein Thrombosis. N Engl J Med 2003;349:1227–1235. Online verfügbar unter: http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa023153
  6. S2K-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Venenthrombose und der Lungenembolie (Gültigkeit bis 10/2020). Verfügbar unter: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/065-002l_S2k_VTE_2016-01.pdf (abgerufen am 28.05.2019).

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