Erythrozyten und Thrombose

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Notfallmanagement

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Vorhofflimmern: Was tun?

Vorhofflimmern: Was tun?

NOAKs bei älteren Patienten

NOAKs bei älteren Patienten

 


Herzlich willkommen auf unserem Fachportal zur oralen Antikoagulation!

Hier finden Sie umfassende und aktuelle Informationen rund um das Thema orale Antikoagulation mit Nicht-VKA oralen Antikoagulanzien (NOAKs) und zu den Indikationenbereichen „Vorhofflimmern“ (engl. „atrial fibrillation“) und „Tiefe Venenthrombosen und Lungenembolie“.

Mit einer patientengerechten Antikoagulationstherapie können Sie das Thromboembolierisiko Ihrer gefährdeten Patienten senken. Die Basis für eine erfolgreiche Therapie ist eine gute Aufklärung der Betroffenen. Hierbei unterstützen Sie folgende mögliche Antwortbeispiele auf häufige Patientenfragen:

Was ist Antikoagulation?

Antikoagulation bedeutet Gerinnungshemmung. Umgangssprachlich wird sie auch „Blutverdünnung“ genannt.

Warum Antikoagulation?

Gerinnungshemmende Medikamente (Antikoagulanzien) werden eingesetzt, um das Risiko der Entstehung von Blutgerinnseln zu verringern. Denn wenn ein Blutgerinnsel ein Gefäß verschließt, kann es zu gefährlichen Komplikationen wie Schlaganfall oder Lungenembolie kommen.

Wie häufig muss die Antikoagulation kontrolliert werden?

Das hängt davon ab, welches Medikament eingesetzt wird:

Bei den Vitamin-K-Antagonisten (VKAs) ist eine regelmäßige Kontrolle der Blutgerinnung notwendig. Zu Beginn der Therapie sollte eine solche Kontrolle häufiger, später alle vier Wochen erfolgen.1

Bei den NOAKs entfallen diese regelmäßigen Gerinnungskontrollen. Es sollten jedoch regelmäßige körperliche Untersuchungen (z. B. alle sechs Monate) stattfinden, um sicherzustellen, dass die gewählte NOAK-Dosis weiterhin geeignet ist.2

Weshalb muss die Antikoagulation mit VKAs kontrolliert werden und die mit NOAKs nicht?

Die VKAs beeinflussen die Blutgerinnung durch die kompetitive Hemmung des Enzyms „Vitamin-K-Epoxid-Reduktase“ und stellen somit indirekt geringere Mengen an „reduziertem“ Vitamin K zur Verfügung. Ohne Vitamin K können bestimmte Faktoren, die für die Gerinnung notwendig sind, nicht mehr hergestellt werden.3 Wie viel Vitamin K ein Mensch über die Nahrung zu sich nimmt oder verbraucht, ist individuell unterschiedlich und kann sich auch während der Therapie ändern. Deshalb müssen VKAs bei jedem Patienten regelmäßig passend eingestellt und die Antikoagulation immer wieder kontrolliert werden.

NOAKs greifen direkt in die Blutgerinnung ein, indem sie bestimmte Gerinnungsfaktoren hemmen. Dieser Effekt ist von der Nahrungsaufnahme weitgehend unabhängig und gut vorhersehbar.2

Wie lange wirkt eine Antikoagulation?

Auch die Wirkungsdauer unterscheidet sich je nach Antikoagulationspräparat. VKAs wirken mehrere Tage lang (zwischen 38 und 160 Stunden).1, 4 NOAKs haben kürzere Wirkungszeiten. In der Regel beträgt ihre Halbwertszeit zwischen 7-14 Stunden.2

Warum Antikoagulation bei Vorhofflimmern?

Bei Vorhofflimmern steigt das Risiko, dass sich im linken Vorhof des Herzens/ Herzohr Blutgerinnsel (Thromben) bilden. Diese können über die Blutbahnen bis ins Gehirn gelangen und einen Schlaganfall verursachen. Eine Antikoagulation hilft, das Risiko einer Thrombenbildung u. a. im linken Vorhof zu reduzieren, und bietet bei Vorhofflimmern den wirksamsten Schutz vor einer Embolie/einem Schlaganfall.5

 

Quellen:

  1. Fachinformation Marcumar®, MEDA Pharma GmbH & Co. KG, Bad Homburg. Stand Mai 2015.
  2. Heidbuchel H et al. Updated European Heart Rhythm Association Practical Guide on the use of non-vitamin K antagonist anticoagulants in patients with non-valvular atrial fibrillation. Europace 2015; 17: 1467–1507. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26324838
  3. Wallin R et al. Vitamin K-dependent carboxylation and vitamin K metabolism in liver. Effects of warfarin. J Clin Invest 1985; 76: 1879–1884. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3932474
  4. Fachinformation Coumadin®. Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA, München. Stand September 2015.
  5. Kirchhof P et al. 2016 ESC Guidelines for the management of atrial fibrillation developed in collaboration with EACTS: The Task Force for the management of atrial fibrillation of the European Society of Cardiology (ESC) Developed with the special contribution of the European Heart Rhythm Association (EHRA) of the ESCEndorsed by the European Stroke Organisation (ESO). Eur Heart J 2016: 1609–1678. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27567408

Bild: Eraxion / iStock & Sebastian Kaulitzki / fotolia