21.11.2017

Patientenumfrage: Wie wichtig sind Online-Terminsysteme für Arztpraxen?

Hat das Angebot einer Online-Terminvergabe Einfluss auf Patienten bei der Wahl der Arztpraxis? Einer aktuellen Umfrage zufolge könnten Ärzte ohne ein solches System manche Patienten an ihre Kollegen verlieren.

Frau sitzt lächelnd vor ihrem Notebook.

© Westend61 / Fotolia

Shopping, Bankgeschäfte, Reiseplanung – viele Angelegenheiten lassen sich heutzutage bequem über das Internet erledigen. Wer jedoch einen Arzttermin benötigt, muss weiterhin häufig zum Telefonhörer greifen.

In einer Befragung von 1.002 Personen ermittelte das Marktforschungsinstitut Research Now im Auftrag des Ärztebewertungsportals jameda, welchen Einfluss ein Online-Terminvergabesystem auf die Wahl des Arztes haben könnte.1

Viele Patienten begrüßen das Internetangebot

Das Ergebnis der Befragung war deutlich: Etwas mehr als die Hälfte der befragten 25- bis 44-Jährigen gab an, dass sie sich eher für einen Arzt entscheiden würde, der die Möglichkeit zur Online-Terminbuchung anbietet. Bei den 45 bis 65 Jahre alten Teilnehmern war es noch rund ein Drittel.1

Trotz dieser Präferenzen hatten allerdings 69 % der Befragten bislang noch nie einen Arzttermin online vereinbart. Sollte ihr Arzt jedoch in Zukunft ein Online-Terminvergabesystem anbieten, würden 89 % dieser Patienten nach eigenen Angaben diese Möglichkeit nutzen wollen.1

Welche Gründe gibt es für den Wunsch nach einer Online-Terminvergabe?

Einer der Punkte, den Patienten bei der Online-Terminvergabe am meisten schätzen, ist offenbar die Flexibilität: 83 % der Befragten fanden es nützlich, verschiedene freie Termine direkt online einsehen zu können.1 79 % gefiel die Option, einen Termin zu vereinbaren, der in ihren Zeitplan passt. Weitere von den Befragten berichtete Vorteile waren der Wegfall des Telefonats (70 %) und das eventuell damit verbundene Gespräch über diskrete Anliegen (56 %).1

Herausforderungen und Vorteile für Ärzte

Die Umfrage richtete sich an deutsche Internetnutzer ab einem Alter von 14 Jahren.1 Somit repräsentieren die Teilnehmer vermutlich nicht das gesamte Patientenkollektiv einer Arztpraxis. Dennoch lässt sich aus den Ergebnissen schließen, dass zumindest ein relevanter Teil der Patienten Arztpraxen bevorzugt, die ihnen eine Terminvereinbarung über das Internet ermöglichen. Das kann Ärzte jedoch durchaus vor Herausforderungen stellen: Schließlich fehlt dem Online-System die Expertise der medizinischen Fachangestellten – beispielsweise bei der Beurteilung, wie viel Zeit ein bestimmter Termin in Anspruch nehmen wird. Weitere häufige Bedenken sind Missbrauchsrisiken, Sorgen um Datenschutz sowie die Kosten des Systems selbst.2

Neben seiner Funktion als Marketinginstrument und Serviceangebot für die Patienten hat ein Online-Terminvergabesystem aber auch weitere Vorteile für die Arztpraxis:2 So wird beispielsweise das Praxisteam durch eine reduzierte Zahl an Telefongesprächen entlastet. Auch ist die Gefahr für Fehlbuchungen durch menschliche Fehler bei dem Online-Service geringer. Die Praxis ist zudem besser erreichbar für neue Patienten oder Patienten, die kein Telefon bedienen können (zum Beispiel Gehörlose). Solche Vor- und Nachteile muss letztendlich jeder Praxisinhaber selbst gegeneinander abwägen.

Bieten Sie eine Online-Terminvergabe für Ihre Praxis an?

Quellen:

  1. Jameda. Studie: Beeinflusst das Angebot von Online-Arztterminen die Wahl des Patienten? 13.09.2016. Online verfügbar unter https://www.jameda.de/presse/patientenstudien/_uploads/anhaenge/prsentation_online-arzttermine-arztwahl-9140.pdf (zuletzt eingesehen am 02.10.2017).
  2. Prinz, S. Rashid, A. Online-Terminmanagement – Viele Potenziale Für Arztpraxen. Deutsches Ärzteblatt, Supplement Praxis, 2015 (112): 09-10. Online verfügbar unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/169213/Online-Terminmanagement-Viele-Potenziale-fuer-Arztpraxen