Demenz und Vorhofflimmern: Welche Rolle spielt die orale Antikoagulation?
Das Demenzrisiko ist bei Patient:innen mit Vorhofflimmern (VHF) erhöht. Es gibt jedoch deutliche Hinweise darauf, dass orale Antikoagulanzien das Demenzrisiko bei VHF senken können. Erfahren Sie mehr.
Sowohl Vorhofflimmern (VHF) als auch Demenz sind beides Erkrankungen, die hauptsächlich bei älteren Menschen auftreten. Man nimmt jedoch an, dass das Demenzrisiko bei VHF-Patient:innen im Vergleich zur übrigen Bevölkerung um 40 % erhöht ist.1 Die Ursachen hierfür sind vermutlich multifaktoriell.2
Mögliche Ursachen für das erhöhte Demenzrisiko bei VHF:2
- ischämischer Schlaganfall
- stummer Schlaganfall
- zerebrale Hämorrhagie
- zerebrale Mikroinfarkt
- chronische zerebrale Hypoperfusion
Vitamin-K-Antagonisten und Demenzrisiko: Was ist bekannt?3
Einige frühe Studien konnten zeigen, dass die Anwendung von Vitamin-K-Antagonisten (VKAs) bei Patient:innen mit VHF im Vergleich zu nichtantikoagulierten Betroffenen mit einem geringeren Demenzrisiko assoziiert ist. Andere Studien deuten hingegen an, dass VKAs unter bestimmten Umständen (z. B. bei mangelnder Therapieadhärenz oder zu hohen Blutgerinnungswerten) im Hinblick auf eine Demenzerkrankung von Nachteil sein könnten.
Direkte orale Antikoagulanzien: Vorteile gegenüber VKAs3
Direkte orale Antikoagulanzien (DOACs) bieten gegenüber VKAs wichtige Vorteile, wie
- den Wegfall von Ernährungseinschränkungen,
- weniger Arzneimittelinteraktionen,
- keine Notwendigkeit zur Überwachung der International Normalized Ratio (INR),
- gleiche oder bessere Wirksamkeit und ein besseres Sicherheitsprofil – mit positiven Auswirkungen auf die Therapietreue.
Im Gegensatz zu VKAs stehen DOACs darüber hinaus nicht in Verbindung mit einem erhöhten Risiko für Mikroblutungen, einem Risikofaktor für Demenz. Falls ein kausaler Zusammenhang zwischen VHF und Demenz besteht, ist es plausibel zu vermuten, dass das günstigere Profil der DOACs zu einer effizienteren Prävention von Demenz im Vergleich zu VKAs führen könnte.
Ist das Demenzrisiko also geringer, wenn VHF-Patient:innen mit DOACs behandelt werden statt mit VKAs? Die Autor:innen einer aktuellen Real-World-Studie von Sagris et al. befassten sich ausführlich mit dieser Fragestellung.
Retrospektive Beobachtungsstudie: DOACs vs. VKAs3
In der retrospektiven Beobachtungsstudie wurden Patient:innen mit VHF, die innerhalb eines Monats nach der VHF-Diagnose mit DOACs oder VKAs behandelt wurden, im Verhältnis 1 : 1 mittels Propensity Score Matching hinsichtlich Alter, Geschlecht, Ethnie, Komorbiditäten und Komedikation verglichen. Als Datengrundlage dienten anonymisierte elektronische Gesundheitsdaten aus dem umfangreichen TriNetX-Forschungsnetzwerk.
Eingeschlossen waren Patient:innen, die bis zu 10 Jahre nachbeobachtet wurden. Der primäre Endpunkt war das Auftreten einer Demenz oder einer vaskulären Demenz unabhängig von der Ursache.
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