Vorhofflimmern und kardiovaskuläre Mortalität: Ursachen, Risikofaktoren und was die Daten zu direkten oralen Antikoagulanzien (DOACs) zeigen
Vorhofflimmern (VHF) zählt zu den häufigsten Herzrhythmusstörungen – und wird zur wachsenden Herausforderung für die öffentliche Gesundheit. Bis 2030 könnten in Europa bereits 14–17 Millionen Menschen davon betroffen sein, mit rund 120.000–215.000 Neuerkrankungen pro Jahr.1 VHF ist dabei mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko sowie einer höheren kardiovaskulären Mortalität assoziiert.2 Doch was sind hierfür die Ursachen? Welche Behandlungs- und Versorgungskonzepte tragen zur Risikoreduktion bei und was zeigen Studiendaten hinsichtlich direkter oraler Antikoagulanzien (DOACs) und kardiovaskulärer Mortalität?
In diesem Artikel erfahren Sie mehr über:
- Ursachen der (kardiovaskulären) Mortalität bei Vorhofflimmern (VHF)
- Welche Maßnahmen können die kardiovaskuläre Sterblichkeit bei VHF reduzieren?
- Wie direkte orale Antikoagulanzien (DOACs) die kardiovaskuläre Mortalität bei Patient:innen mit VHF beeinflussen
- Studiendaten zu Unterschieden zwischen verschiedenen DOAC-Präparaten (kardiovaskuläre Mortalität und Blutungsrisiko)
Ursachen der (kardiovaskulären) Mortalität bei Vorhofflimmern (VHF)2
Die Mortalität bei Vorhofflimmern (VHF) ist multifaktoriell. Zu den beschriebenen Todesursachen zählen unter anderem kardiale Komplikationen bzw. Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, plötzlicher Herztod sowie Schlaganfälle und systemische Embolien – aber auch Neoplasien und respiratorische Erkrankungen.2,3 Zusätzlich können Komorbiditäten wie Herzinsuffizienz, Diabetes, chronisch-obstruktive Lungenerkrankungen und chronische Nierenerkrankungen sowie ein höheres Lebensalter das Sterblichkeitsrisiko weiter erhöhen.4
Welche Maßnahmen können die kardiovaskuläre Sterblichkeit bei VHF reduzieren?
Ansatzpunkte zur Reduktion kardiovaskulärer Ereignisse ergeben sich daher sowohl aus einer gezielten Therapie der Rhythmusstörung als auch aus der Prävention thromboembolischer Komplikationen und dem Management von Begleiterkrankungen.
Die EAST-AFNET-4-Studie zeigte, dass eine frühe VHF-Rhythmuskontrolle (≤ 1 Jahr nach Diagnosestellung mittels Antiarrhythmika ± Ablation) das Auftreten eines kardiovaskulären Todes und das Risiko für Schlaganfälle reduzieren konnte (im Vergleich zur symptomorientierten Rhythmuskontrolle bei der Standardtherapie).5 Außerdem bleibt die orale Antikoagulation ein zentraler Pfeiler zur Senkung des Mortalitätsrisikos bei VHF – insbesondere zur Prävention von Schlaganfällen.6
Zunehmend werden darüber hinaus ganzheitliche, integrierte Versorgungskonzepte betont. Im ABC-/AF-CARE-Pfad wird dies strukturiert zusammengefasst. Er beinhaltet unter anderem Empfehlungen zum Rhythmus-/Frequenzmanagement sowie zur optimalen Therapie von Begleiterkrankungen, wie:6
- eine Antikoagulation zur Vermeidung von Schlaganfällen/Thromboembolien – z. B. durch direkte orale Antikoagulanzien (DOACs)
- eine bessere Symptomkontrolle (Rhythmus/Frequenz)
- das Management von Komorbiditäten und Risikofaktoren (z. B. Hypertonie, Diabetes, Adipositas)
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